Geboren wurde ich an einem kalten Novembertag in der Nähe der dänischen Stadt Ribe. Meine Eltern kamen aus armen Verhältnissen vom Land. Als meine Kindheit sich dem Ende neigte, hielt mein Vater es für das Beste, mich aus der Not heraus in die Obhut eines größeren Gehöftes zu geben, um dort selbst für meinen Unterhalt sorgen zu müssen.

 

Erst arbeitete ich auf den Feldern, doch bald erkannte der Handwerksmeister des Gutes meine handwerklichen Fähigkeiten und nahm mich bei sich auf. Er selbst hatte drei Töchter, aber keinen Sohn, an den er sein Wissen weitergeben konnte. Der Meister lehrte mich so manche handwerkliche Tätigkeiten, die auf einem größeren Gehöft anfielen: Angefangen vom Schmiedehandwerk über Lederverarbeitung und jegliche Holzarbeiten bis zum Umgang mit dem Vieh. Durch meine Arbeit und meine Gabe, bei Streitigkeiten zu vermitteln, erlangte ich Ansehen und wurde zum Vorarbeiter ernannt.

 

Anfangs waren seine drei Töchter für mich wie Schwestern, doch mit der Zeit erwachte das Interesse an seiner Jüngsten namens Meitje Hrudolfdatter. Wir trafen uns heimlich, um den Hoffrieden nicht zu gefährden. Doch eines Tages erwischte uns ihr Vater im Heu. Er brach meine Nase und meinen Stolz und jagte mich unter Verleumdungen vom Hof. Jegliches Ansehen verloren entschied ich mich, mit Meitje durchzubrennen, um andernorts unser Glück gemeinsam zu suchen.

 

Fortan wanderten wir umher und lebten von dem, was uns die Natur und das Leben boten. Wir waren zusammen, vogelfrei und ohne Stand, aber immer zufrieden und glücklich. Wir hielten uns meistens von Siedlungen fern, da wir uns eine Ehe nicht leisten konnten und die Menschen uns als Fremde stets mieden. Den Preis unserer Freiheit ertrugen wir nie zu Lasten anderer.

 

Die Nornen, die unsere Schicksalsfäden über uns spinnen, meinten es gut mit uns als wir eines stürmischen Tages erfuhren, daß ein Schiff an der Küste auf einer Sandbank gestrandet sei. Wir erhofften uns Aussicht auf Beute und machten uns auf den Weg. Doch am Strand angekommen erkannten wir sehr bald, daß es sich bei dem gestrandeten Schiff um ein Handelsschiff mit einer kleinen Mannschaft stark bewaffneter Nordmänner handelte. Eine wilde Horde Plünderer versuchte gerade das Schiff zu kapern, aber durch den erbitterten Widerstand der Besatzung kam es zu einem ernsthaften Gefecht. Da wir beide auf leichte Beute hofften und auf einen Kampf nicht vorbereitet waren, hielten wir uns fern und warteten ab bis die Plünderer geschlagen und vertrieben waren. Dann boten wir den gestrandeten Pechvögeln unsere Hilfe an. Aus Dankbarkeit nahm uns der verwundete Anführer der übrig gebliebenen Mannschaft unter seinen Schutz. Wir schworen Mölle Peterson die Treue und folgten ihm fortan auf seinen nicht immer einfachen Wegen.

 

Der Vogelfreiheit beraubt, aber dafür einen Stand in einer Gemeinschaft gewonnen, segelten wir gemeinsam zu neuen Abenteuern weiter Richtung Haithabu. Auf unseren Wegen durch die Lande kreuzten wir eines schönen Frühjahrtages den Weg des Banners der Drachen. Von ihrem Tatendrang und Zusammenhalt beeindruckt schlossen wir uns ihnen an. Aufgrund meiner guten Gabe wurde ich zum Seelenfänger des Draco inter Mares und halte fortan alle erhabenen Momente für die Draco-Annalen in meinen Bildern fest.

 

 

Lebe, was es zu leben gilt,

aber stirb nicht an dem Schlechten,

was dir andere vorschreiben wollen.

Sei frei in deinem Selbst!

 

 

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